| Epilepsie - Diagnose |
Diagnose
Verliert jemand das Bewußtsein, hat Muskelzuckungen, die den ganzen Körper schütteln, näßt ein oder ist unvermittelt verwirrt und unaufmerksam, kann es sich um einen epileptischen Anfall handeln. Solche Krampfanfälle kommen allerdings seltener vor, als viele Menschen glauben - meist werden kurze Ohnmachten und auffälliges Verhalten nicht durch ungewöhnliche elektrische Entladungen im Gehirn ausgelöst. Der Bericht eines Augenzeugen kann dem Arzt wertvolle Hinweise geben. Der Augenzeuge kann genau beschreiben, was passiert ist; der Betroffene selbst ist dazu meist nicht in der Lage. Eine exakte Beschreibung der Begleitumstände ist notwendig: Wie schnell hat der Anfall begonnen; sind ungewöhnliche Muskelbewegungen, z.B. Zuckungen der Kopf-, Hals- oder Gesichtsmuskeln oder Zungenbeißen aufgetreten, hat der Betroffene eingenäßt; wie lange hat der Anfall gedauert und wie schnell hat sich der Betroffene wieder erholt? Hat der Betroffene geahnt, daß gleich etwas Ungewöhnliches geschehen würde? Ist der Anfall von irgend etwas ausgelöst worden, z.B. bestimmten Geräuschen oder Lichtblitzen? Neben der Beschreibung des Anfalls ist ein Elektroenzephalogramm (EEG) für die Diagnose eines Anfallsleidens von Bedeutung. Bei dieser schmerzlosen und ungefährlichen Untersuchung wird die elektrische Aktivität des Gehirnsaufgezeichnet. Dazu werden Elektroden auf die Kopfhaut geklebt. Da ungewöhnliche Entladungen mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Schlafmangel auftreten, wird manchmal ein EEG abgenommen, nachdem der Patient absichtlich 18 bis 24 Stunden nicht geschlafen hat. Der Arzt begutachtet die EEG-Aufzeichnungen im Hinblick auf Anzeichen für ungewöhnliche elektrische Entladungen. Auch wenn während des EEGs kein Anfall aufgetreten ist, können auffälligkeiten vorliegen. Da ein EEG jedoch nur über einen begrenzten Zeitraum läuft, werden Anfallaktivitäten möglicherweise nicht erfaßt, und das EEG sieht normal aus, obwohl der Patient an Epilepsie leidet. Bevor die Diagnose Epilepsie ausgesprochen wird, wird jedoch mit einer Reihe von Untersuchungen nach anderen möglichen Ursachen geforscht. Mit gängigen Bluttests werden Zucker-, Kalzium- und Natriumspiegel im Blut bestimmt, festgestellt, ob Leber und Nieren rchtig arbeiten, und die weißen Blutkörperchen gezählt, die, wenn sie in großer Zahl vorliegen auf eine Infektion hinweisen. Oft veranlaßt der Arzt ein Elektrokardiogramm (EKG), um zu sehen, ob Herzrhythmusstörungen zu einer ungenügenden Durchblutung des Gehirns geführt und so eine Ohnmacht ausgelöst haben könnten. Gewöhnlich wird auch eine Computer- (CT) oder eine Kernspintomographie (NMR) durchgeführt, um das Gehirn im Hinblick auf Krebs oder andere Tumore, einen früheren Schlaganfall, kleine Narben und Schäden infolge von Verletzungen zu begutachten. Manchmal ist eine Lumbalpunktion erforderlich , um festzustellen, ob eine Gehirnentzündung vorliegt.
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