Epilepsie - Symptome

Symptome



Epileptische Anfälle lassen sich nach ihrer Charakteristik einteilen. Einfache fokale Anfälle beginnen mit elektrischen Entladungen in einem kleinen Bereich des Gehirns, und die Entladungen bleiben auf diesen Bereich beschränkt, der als Fokus oder Herd bezeichnet wird. Abhängig davon, welcher Gehirnbereich betroffen ist, kommt es zu seltsamen Empfindungen, Bewegungen oder psychischen Störungen. Treten die elektrischen Entladungen beispielsweise in dem Gehirnbereich auf, der die Muskelbewegungen des rechten Arms steuert, beginnt der rechte Arm zu zittern oder zu zucken; ist der vordere tiefe Schläfenlappen betroffen (der Gehirnbereich, der Gerüche verarbeitet), nimmt der Betroffene einen starken angenehmen oder unangenehmen Geruch wahr. Psychische Störungen können sich darin äußern, daß der Betroffene z.B. ein Déjà-vu-Erlebnis hat, bei dem eine fremde Umgebung plötzlich bekannt erscheint. Bei Jackson-Anfällen beginnen die Symptome in einem isolierten Körperteil, wie einer Hand oder einem Fuß, und breiten sich dann, ebenso wie die elektrische Aktivität im Gehirn, über die betroffene Seite aus. Komplexe fokale (psychomotorische) Anfälle machen sich dadurch bemerkbar, daß der Betroffene für ein bis zwei Minuten den Bezug zu seiner Umwelt verliert. Der Betroffene taumelt, bewegt Arme und Beine in einer merkwürdigen, ziellosen Art, gibt unverständliche Laute von sich, versteht nicht was andere sagen, und wehrt Hilfe ab. Die Verwirrung hält noch einige Minuten an, bis der Betroffene wieder völlig zu sich kommt. Generalisierte tonisch-klonische Anfälle (Grand-Mal) beginnen meist in einem kleinen Gehirnbereich mit einer ungewöhnlichen elektrischen Entladung, die sich schnell auf die Nachbarbereiche ausbreitet und zu Störungen in dem gesamte Gebiet führt. Bei der primär generalisierten Epilepsie erfassen die Entladungen von Anfang an einen großen Gehirnbereich. Immer ist der Krampfanfall aber die Reaktion des Körpers auf ungewöhnliche Entladungen. Diese Krampfanfälle gehen mit einem vorübergehenden Bewußtseinsverlust und schweren Muskelkrämpfe und Zuckungen im ganzen Körper einher, der Betroffene verdreht den Kopf zu einer Seite, preßt die Zähne zusammen und verliert unter Umständen die Blasenkontrolle. Nach dem Anfall hat er möglicherweise Kopfschmerzen, ist kurzzeitig verwirrt und überaus müde. In der Regel können sich die Betroffenen nicht erinnern, was während des Anfalls geschehen ist. Petit-mal-Anfälle(Absencen) setzen in der Kindheit ein, gewöhnlich vor dem 5. Lebensjahr. Sie führen nicht zu Krämpfen und anderen dramatischen Symptomen wie Grand-Mal-Anfälle. Statt dessen treten Episoden auf, in denen die Betroffenen ins leere starren, die Augenlieder flattern oder Gesichtsmuskeln zucken. Diese Anfälle dauern 10 bis 30 Sekunden. Der Betroffene ist nicht ansprechbar, fällt aber nicht hin oder bewegt sich ruckartig. Bei einem Status epilepticus, der schwerwiegendsten Anfallsform, treten ununterbrochen Anfälle auf. Ein Status epilepticus ist ein medizinischer Notfall, da der Betroffene Krämpfe mit heftigen Muskelkontraktionen hat, nicht richtig atmet und über das ganze Gehirn verteilt elektrische Entladungen stattfinden. Erfolgt nicht umgehend eine Behandlung, können Herz und Gehirn überbeansprucht werden und bleibende Schäden erleiden, was unter Umständen den Tod zur Folge hat.




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