Sexueller Missbrauch

Sexueller Missbrauch:


Sexueller Missbrauch eines Kindes liegt dann vor, wenn ein Erwachsener oder auch ein Jugendlicher gezielt ein Kind für seine eigene sexuelle Befriedigung benutzt, zu Handlungen, die das Kind aufgrund seines Entwicklungsstandes nicht verstehen kann und zu denen es auch kein wissentliches Einverständnis geben kann.
Formen sexuellen Kindesmissbrauchs sind z.B.:
Zungenküsse, das Berühren des Kindes an den Geschlechtsteilen, Aufforderung zu Handlungen am Täter oder der Täterin, am eigenen Körper, an anderen Kindern, oraler, vaginaler oder analer Geschlechtsverkehr, Einführen von Fingern oder Gegenständen.
Ein Kind kann aber auch sexuell missbraucht werden, ohne es zu berühren - durch sexualisierte Bemerkungen, Exhibitionismus, Vorführung oder Herstellung pornographischer Bilder oder Filme.
Dennoch geht es bei all diesen Taten in erster Linie um das Ausleben von Macht - und Dominanzgefühlen. Sexueller Missbrauch ist nicht nur körperliche Gewalt, sondern zusätzlich schwerste seelische Gewalt.
Die Täter und Täterinnen kommen auch hier fatalerweise hauptsächlich aus der eigenen Familie und dem nahen Umfeld. Zu dem sexuellen Missbrauch kommt ein erheblicher Vertrauensmissbrauch und die totale Verwirrung der kindlichen Gefühle. Meist ist der Täter oder die Täterin ja ein Mensch, den das Kind trotz allem liebt. Das macht es dem Kind in der Regel nahezu unmöglich, sich einer anderen Person anzuvertrauen. So steht das Kind beim familieren Missbrauch unter einem Geheimhaltungsdruck, der es zur Sprachlosigkeit, Wehrlosigkeit, Hilflosigkeit verurteilt - meist viele Jahre lang, wenn nicht sogar für immer.
Jungen sind meist noch weniger in der Lage, sich mitzuteilen , das erlaubt ihnen ihre anerzogene "Heldenrolle" nicht. Ein Junge ist stark und cool , ein Junge hat einfach kein Opfer zu sein.
Der sexuelle Missbrauch durch einen Erwachsenen ist wohl die zutiefst in die Persönlichkeit eingreifende Störung , die einem Kind passieren kann. Es ist eine unglaubliche Leistung, diese Schädigung seelisch, geistig und körperlich zu überleben.

Druckbare Version
Seitenanfang nach oben